Wie die ISTA 2022 mehr Transparenz bei ihren Nebenkosten-Abrechnungen erreichen will

von Joschua Dobler

Wie die ISTA 2022 mehr Transparenz bei ihren Nebenkosten-Abrechnungen erreichen will

Tausende rechtsanhängige Klagen gegen überhöhte Nebenkosten beklagen Intransparenz und überhöhte Preise

Wie bereits ein ausführlicher Beitrag der ARD in seinem Format “Panorama” bereits 2019 klar aufgedeckt hatte, sind die laut Bundeskartellamt bekanntesten Oligopole ISTA und Techem marktführend. Sie werben bei ihren Anlegern sogar ganz unverfroren damit, ein lukratives Geschäftsmodell mit sehr hohen Renditen anbieten zu können.

Das diese Preismodelle allerdings zu Tausenden zu Lasten der Mieter gehen, die das Pech haben, dass ihre Vermieter die jährlichen Nebenkostenabrechnungen nicht mehr selbst erstellen,  sondern vermehrt durch Abrechnungsfirmen wie die ISTA durchführen lassen, wird gern dabei verschwiegen. Denn bereits seit Jahren ist bekannt, dass dann Nebenkostenabrechnungen für Mieter häufig sehr teuer werden, wenn plötzlich nicht mehr der Vermieter selbst die Nebenkostenabrechnungen erstellt.

So werden z.B. auch Kosten der Erfassung abgerechnet, die so gar nicht auf Mieter umgelegt werden können, sofern nicht nur der Heizverbrauch durch die Abrechnungsfirmen ermittelt wird, sondern sämtliche Huasnebenkosten sich plötzlich in der Abrechnung der Abrechnungsfirmen wie der ISTA wieder finden.

Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um hausverwaltungsähnliche Abrechnungen, die so nicht einfach auf die Mieter1:1 umlagefähig sind. Auch mangelnde Nachprüfbarkeit, nicht vorhandene Transparenz und fehlerhafte Abrechnungen führen so tagtäglich zu immer mehr Klagen vor den deutschen Amts- bzw. Landgerichten.

In einigen Fälllen ist uns im Zuge unserer Berichterstattung von Lesern berichtet worden, dass z.B. in einem Mehrfamilienhaus (3-Parteienhaus) es sogar schon vorgekommen ist, dass z.B. eine der Mietparteien anteilig weder an den Grundsteuern, noch der Gebäudehaftpflicht-, Feuerversicherung und Gebäudeversicherung aus unbekannten Gründen diesbezüglich keine Nebenkosten durch die Nebenkostenabrechnung der ISTA bezahlen musste. Und dies wohl über mehrere Jahre hinweg. Bis derjenige, der sich gerichtlich gegen seine Nebenkostenabrechnungen zur Wehr setzte, dies durch Zufall aufdecken konnte. Solche krassen Fälle von offensichtlich mutmaßlichen Abrechnungsbetrug sind womöglich hier nur die Spitze des Eisbergs (wir werden darüber noch gesondert berichten).

Wer mehr über die Gepflogenheiten der Oligopole erfahren möchte, hier der Beitrag der ARD aus dem Jahr 2019:

https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2019/Kartell-Wie-sich-Ablesedienste-an-Mietern-bereichern,ablesemafia100.html

Nachdem gerade das Geschäftsmodell der ISTA einer breiteren Öffentlichkeit durch eben jenen Beitrag von Panorama bekannt wurde und so viele Klagen jedes Jahr gegen Vermieter, die einen Vertrag mit Abrechnungsfrimen wie der ISTA haben, rechtsanhängig sind, verwundert es dann nicht, dass die ISTA in ihrer neuesten Pressemeldung plötzlich über größere Kostentransparenz, digitale Messtechnik und größere Kostenkontrolle für Mieter spricht.

Zitat aus der Pressemeldung der ISTA:

Ziel der neuen Vorgaben ist eine Stärkung des Klimaschutzes im Gebäude durch mehr Transparenz. So sollen Mieter künftig monatlich über den eigenen Verbrauch informiert werden. “

Und weiter heißt es noch:

“Bei der Produktentwicklung haben wir uns an wissenschaftlichen Ergebnissen und Nutzerfeedback orientiert, um den größte Effekt für den Klimaschutz zu erreichen”, sagt Felix Maas, Produktmanager. “EcoTrend, unser Produkt für die monatliche Verbrauchsinformation, wird zudem stetig weiterentwickelt. Als nächstes integrieren wir ein Feature, das Nutzern konkrete Tipps gibt, wie sie Energie einsparen können.”

Mit ihrem schlechten Ruf bei Mietern scheinen die geplanten Änderungen der ISTA als der blanke Hohn angesichts der Tatsache, dass Nebenkostenabrechnungen durchschnittlich, sofern sie durch Abrechnungsfirmen wie die ISTA erstellt werden, bereits jetzt um mehr als 30 bis 50 Prozent höher liegen, als wenn der Vermieter die Nebenkostenabrechnungen selbst erstellt. Da können dann die geplanten digitalen Funkmessgeräte von ISTA auch nicht davon ablenken.

Alleine die Tatsache, dass ja nicht die Mieter Vertragspartner von Abrechnungsfirmen wie der ISTA sind, sondern eben ihre Vermieter läßt bei den geplanten Neuerungen nichts Gutes für die Mieter erwarten. Es ist ja schön und gut, wenn nun monatlich digital abgelesen werden kann, wie hoch der angebliche Verbrauch ist.

Und im Zuge der “grünen Technologie”, die im Trend liegt,  klingt dies ja erst auch einmal nach klimasparenden Investitionen. Tatsächlich ist es aber nicht unumstritten, wenn nun auch im persönlichsten Umfeld eines Schlaf-oder Kinderzimmers der Mieter nun auch noch Funkempfänger installiert werden sollen. Und dies womöglich, ohne Zustimmung der jeweiligen Mieter eingeholt zu haben.

Wann immer Firmen auf einer “grünen Welle” mitschwimmen wollen, ist zumindest ein gerütteltes Maß an Mißtrauen angesagt. Ob und in welcher Weise die Monatsabrechnungen tatsächliche Einsparungen bringen, muss sich erst noch in der Praxis erweisen.

Fakt ist, diese Kosten werden sowohl für die neuen Geräte als auch für diesen “Service” mit Sicherheit dann auch wieder auf Mieter umgelegt werden. Und so beginnt dann eine Einsparung mit noch weiteren Kostenfaktoren.

So dass das moderne Wohnen durch immer weitere Nebenkosten für viele Mieter bald – wie auch in den USA –  zu einem unerschwinglichen Gut werden könnte.

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