Start in die Freibad-Saison am 1. Juni 2024

von Michael Dobler
0 Kommentar Eine aktuelle Aufnahme der Baukamera, die am Sprungturm angebracht ist, zeigt den Baufortschritt auf der Freibad-Baustelle. Foto: Stadt Dieburg

Wegen Verzögerungen bei den Bauarbeiten wird das neue Dieburger Freibad diesen Sommer in zwei Schritten eröffnet

Dieburg. Altlasten, mit denen in dieser Menge niemand gerechnet hatte, ein Sprungturm, der sich ein paar Zentimeter zur Seite neigte, Probleme mit der Wasserhaltung unterhalb der Sprunggrube: Seitdem im Frühjahr 2022 die Bauarbeiten zum Neubau des Dieburger Freibades begonnen haben, gab es gleich mehrere Überraschungen und Verzögerungen auf der Baustelle, die den Zeitplan ins Wanken gebracht haben. Bleibt es bei der Eröffnung im Mai 2024 oder müssen die Dieburger eine weitere Badesaison auf ihr Freibad verzichten? Diese Frage wurde jetzt in einem Abstimmungstermin mit Bürgermeister Frank Haus, Planer Michael Gruner und Betriebsleiter Holger Kern erörtert – mit positiven Nachrichten zu Beginn des neuen Jahres: „Nach jetzigem Stand können wir am 1. Juni mit einer Teilöffnung in die Badesaison starten“, teilt Bürgermeister Frank Haus mit.

Geöffnet sein werden zum 1. Juni 2024 voraussichtlich alle neuen Betriebsgebäude des Freibades, darüber hinaus wird den Badegästen zu diesem Zeitpunkt der gesamte Nichtschwimmerbereich zur Verfügung stehen. Dazu zählt das Nichtschwimmerbecken inklusive neuer Rutsche, Wellness-Liegen und Massage-Düsen. Auch das Kleinkind-Becken mit seinem Wasserspielplatz (Spraypark, Wassertulpe und -tunnel, interaktive Spielgeräte, Elefantenrutsche) soll ab 1. Juni fertiggestellt sein, genauso wie der neue Kinderspielplatz mitsamt Piratenschiff. Das 50-Meter-Schwimmerbecken sowie die Sprungtürme und die Sprunggrube hingegen, werden vermutlich erst einige Wochen später nutzbar sein – so dass letztlich im Laufe des Sommers 2024 die offizielle Eröffnung des neuen Dieburger Freibades stattfinden kann.

Die Sprunggrube ist der Hauptgrund für die Verzögerung auf der Baustelle des 1953 erbauten Ludwig-Steinmetz-Bades: Zum einen hatte sich bei den Abrissarbeiten der alten Sprunggrube – trotz umfangreicher Abstützvorrichtungen mit vier Stahlseilen – der denkmalgeschützte Zehn-Meter-Sprungturm um einige Zentimeter geneigt, zum anderen war es zu Problemen bei der Wasserhaltung gekommen. Normalerweise wird das Grundwasser in derart tiefen Baugruben abgepumpt, hierfür wurden an dieser Stelle bereits acht Brunnenschächte gebohrt. Dennoch war weiter Grundwasser nachgeflossen, so dass man erst mit einer Verdopplung der Pumpenleistung einen halbwegs trockenen Baugrund schaffen konnte – was nicht nur den Zeitplan nach hinten geschoben, sondern auch zusätzliche Kosten verursacht hat.

So wird das neue Ludwig-Steinmetz-Bad nach der Sanierung aussehen. Bild: Stadt Dieburg

Insgesamt geht Planer Michael Gruner derzeit von rund acht Prozent Mehrkosten auf der Freibad-Baustelle aus, bedingt unter anderem durch unerwartete Altlasten, die abtransportiert und entsorgt werden mussten, sowie durch die zusätzliche Stabilisierung des Sprungturms und die zusätzliche Brunnenbohrung. Somit kostet die Freibad-Sanierung – Stand jetzt – insgesamt rund 15,7 Millionen Euro. Drei Millionen Euro davon trägt der Bund, eine Million Euro das Land Hessen, die übrigen Kosten finanziert die Stadt Dieburg. „Eine Überschreitung von Baukosten ist immer ärgerlich. Für ein Projekt dieser Größenordnung mit all seinen Unwägbarkeiten liegt diese Kostensteigerung jedoch in einem akzeptablen Rahmen“, betont Bürgermeister Haus, auch vor dem Hintergrund, dass die insgesamt 25 Gewerke, die für den Neubau ausgeschrieben wurden, inzwischen so weit fortgeschritten und durchkalkuliert sind, dass man bis zur Fertigstellung mit keinen weiteren Überraschungen mehr rechnet.

Auf der Freibad-Baustelle gehen auch in diesen ersten Tagen des Jahres 2024 die Bauarbeiten weiter: Die Absenkung des Grundwasserspiegels an der Sprunggrube ist inzwischen gelungen, so dass die Abbrucharbeiten des Beckens fortgesetzt werden können. Als nächster Schritt sollen, wenn das Wetter es zulässt, die Betonarbeiten an der Sprunggrube beginnen. Im Frühjahr soll dann das Edelstahlbecken geliefert werden, so dass auch der Schwimmerbereich komplettiert werden kann. Bei all den Herausforderungen, die sich im Laufe der Bauarbeiten auf der Baustelle bislang aufgetan haben, sind das für Bürgermeister Frank Haus definitiv gute Nachrichten: „Es ist ein wichtiges Signal, dass wir zu Beginn des neuen Jahres sagen können: Wir starten 2024 in die erste Badesaison in unserem neuen Dieburger Freibad.“

INFO:
Auf der städtischen Website kann der Sanierungsfortschritt im Dieburger Freibad live verfolgt werden – eine Baukamera nimmt vom Sprungturm aus alle 15 Minuten ein Einzelbild auf, hier geht’s zu den Bildern: Ludwig-Steinmetz-Bad Dieburg | Stadt Dieburg.

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