Reichelsheim: CrashKurs Hessen-Verkehrsunfallprävention für junge Fahrerinnen und Fahrer

an der Georg-August-Zinn-Schule in Reichelsheim

von Anke Dobler
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Reichelsheim: Junge Menschen sind die größte gefährdete Verkehrsteilnehmergruppe. Bei jedem fünften Verkehrsunfall sind die jungen Fahrenden unter 25 Jahre alt. In Hessen werden durchschnittlich 200 Menschen jährlich bei einem Verkehrsunfall getötet. Daran möchte die hessische Polizei etwas ändern.

CrashKurs Hessen ist ein bewährtes Präventionsprogramm der hessischen Polizei, mit dem Ziel, die Zahl schwerer Verkehrsunfälle mit jungen Menschen in unserem Land nachhaltig zu verringern. Das Verkehrspräventionsprogramm richtet sich speziell an Jugendliche und junge Erwachsenen der Oberstufe sowie an Berufsschülerinnen und Berufsschüler. Für die Umsetzung des Programms arbeiten interessierte Schulen eng mit der Polizei zusammen. Ziel dieses Präventionsprogramms ist es, die noch unerfahrenen jungen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu informieren und gerade auch hinsichtlich der Unfallrisiken durch Alkohol, Drogen, Ablenkung und Geschwindigkeit zu sensibilisieren.

Die Botschaft ist klar. Nur wenn wir uns im Straßenverkehr an die Regeln halten, schützen wir Leben – unser eigenes und das der anderen. Das Programm ist in drei Phasen gegliedert. In der Vorphase bereiten die verantwortlichen Lehrerinnen und Lehrer das Thema durch Fokussierung auf die individuellen Lebensträume der jungen Menschen vor, die es letztlich zu erhalten gilt.

Zweiter Teil ist die hochemotionale Kernveranstaltung. Am Donnerstag (12.10.2023) fand die erste von zwei Kernveranstaltungen in diesem Jahr im Odenwaldkreis in der Georg-August-Zinn Schule in Reichelsheim statt. In der Aula der Schule kamen etwa 120 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, der Schulleiter, Herr Bendl, einige Vertreter des Polizeipräsidiums Südhessen und eine ganze Reihe von mit dem Thema befassten Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Nach einer Ansprache durch den Schulleiter folgte die weitere Moderation durch Kriminaloberkommissar Johannes Hofmann (Jugendkoordinator der Polizeidirektion Bergstraße), der die jungen Erwachsenen mit kurzen Ton- und Bildeinspielungen gedanklich in die Situation brachte, sich das Szenario eines schweren Verkehrsunfalls vorzustellen.

Hier wurden die Akteure der Rettungskette in „echt“ auf die Bühne gebracht. Ein Einsatzdisponent der Zentralen Leitstelle des Odenwaldkreises, der die Mitteilung eines schweren Unfalls entgegennimmt und das Ausrücken der entsprechenden Einsatzkräfte veranlasst. Der Notarzt, der Verletzte am Unfallort versorgt, gemeinsam mit dem Notfallsanitäter. Der Polizist, der den Unfall aufnimmt. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr, die beim schweren Unfall Schwerstverletzte zum Beispiel aus Fahrzeugen befreien müssen. Der Notfallseelsorger, der sich um Angehörige von schwerstverletzten oder getöteten Unfallbeteiligten kümmert. Der Pfleger, der Schwerstverletzte teilweise über Jahre intensivmedizinisch pflegerisch versorgt. Der Schulpsychologe, der eine Schulklasse begleitet, wenn ein Platz leer bleibt.

Sie berichteten, wie sie persönlich tragische Verkehrsunfälle mit Todesfolge oder schwersten Verletzungen wahrgenommen und erlebt haben. Eine simultan laufende Bild- und Videopräsentation unterstützte dabei die Schilderungen. Nach der Live-Veranstaltung wurden von den oben genannten Fachleuten mehrere verschiedene themenbezogene Workshops angeboten, in die sich die Schülerinnen und Schüler bereits im Vorfeld eingewählt hatten.

Im Rahmen der Nachphase, die durch die Schule übernommen wird, werden im Unterricht dann Themenbereiche wie Teilnahme am Straßenverkehr oder Verkehrsunfallgeschehen in passende Unterrichtsfächer integriert und die Lebensträume der Schülerinnen und Schüler erneut ins Bewusstsein gerufen. Durch dieses 3-Phasenmodell soll Nachhaltigkeit erzielt werden. Das Projekt CrashKurs wurde 2010 in Nordrhein-Westfalen aus der Taufe gehoben. Die dort und die bei der mittlerweile siebten Veranstaltung im Odenwaldkreis gemachten Erfahrungen zeigen, dass die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer so beeindruckt von der Veranstaltung waren, dass sie noch Wochen später über das Erlebte gesprochen haben.

Die zweite Veranstaltung ist am 16. November mit Oberstufenschülern der Ernst-Göbel-Schule in Höchst geplant.

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