Jugendfestival „Sound in the Park“

von Michael Dobler

Jugendfestival „Sound in the Park“

Es gibt einige Gründe, ein Jugendfestival zu feiern. Einer ist, dass Kenner*innen der Szene konstatieren, für Jugendliche werde im Odenwald nicht genug gemacht. Ähnlich stellt der Jugendpfleger von Bad König, Lutz Schröder, fest: „Dass hier für junge Leute nicht viel los sei, höre ich seit meinem Amtsantritt vor über 8 Jahren. Nicht nur von Jugendlichen. Auch von denjenigen, die sich noch gut an ihre eigene Jugend erinnern und Mitgefühl mit den Heranwachsenden haben.“

Andererseits sieht sich der Diplom-Sozialarbeiter mit dem Dilemma konfrontiert, dass der Jugend immer wieder Gleichgültigkeit vorgeworfen werde, sie interessiere sich nicht für gesellschaftliche Themen und Politik, sie würde sich nicht beteiligen und nicht engagieren.

In einem Telefonat Anfang 2021 zwischen Fritz Krings (Sound of the Forest e.V.) und Lutz Schröder kamen diese beiden Themen zur Sprache. Der Jugendarbeiter berichtet, dass ihm noch jetzt die Worte des Eventspezialisten von der Ölmühle in den Ohren klingen: „Wenn du willst, dass sich Jugendliche gesellschaftlich beteiligen, dann musst du sie begeistern! Dann müssen sie sehen, dass sie gemeinsam mit ihrer Stadt etwas erreichen und Erfolg haben können!“

Damit war beiden klar: Sobald es die Corona-Lage zulässt, soll unter Federführung von „Sound of the Forest e.V.“ und unter Mitwirkung der Jugendpflege sowie der Stadt Bad König ein Jugendfestival stattfinden. Unter dem Motto „von jungen Leuten für junge Leute“. Unter Anleitung der beiden Initiatoren. Auch Bürgermeister Axel Muhn signalisierte Fritz Krings, dass er das Vorhaben unterstützt.

Ende März, bei Beginn der Planungen, standen dem Vorhaben allerhand Unwägbarkeiten entgegen. Wie entwickelt sich die Corona-Pandemie? Wann werden die Regeln so weit gelockert, dass man im Freien wieder feiern kann? Wird es genug helfende Hände geben, um das Projekt zu stemmen? Und vieles mehr.

Zum Beispiel hatte man schnell ein Vorbereitungsteam von ca. 15 jungen Menschen beisammen, deren Besetzung jedoch von häufigen Wechseln sowie Zu- und Absagen geprägt war. Als im Juni der Magistrat der Stadt Bad König grünes Licht für das Vorhaben gegeben hatte, verspürte man einen kurzen Aufwind, aber Bedenken blieben.

Die Veranstalter fragten sich: „Gelten die gelockerten Corona-Vorschriften bis zum Veranstaltungstermin noch?“ Immerhin waren zu dem Zeitpunkt Versammlungen bis 500 Personen im Freien zugelassen. Und dann die Fragen der Heranwachsenden: „Was machen wir, wenn dann das Wetter nicht mitspielt?“

Kurzum: Das Wetter klarte einen Tag vor dem Event auf und präsentierte sich beim Festival mit strahlendem Sonnenschein. Die Corona-Situation ließ 500 Menschen zu. Dank vieler Anstrengungen von Seiten von Sound of the Forest und der Jugendpflege gelang es in letzter Minute, für alle Dienste genug Aktivposten zu gewinnen.

Im Ergebnis feierten letzten Samstag über 400 Gäste eine große, friedliche Party. Mit diesem enormen Zuspruch hatte niemand gerechnet. Die Jugendlichen waren sich vorher einig: „Wenn wir die 200 knacken, sind wir gut!“ Weil man nicht mit so viel Andrang gerechnet hatte, gingen am Schluss sogar einige Getränke aus.

Die DJs Leon Volk und Nico Klein hatten das richtige Gespür für die Stimmung. Dutzende tanzten und tobten sich auf einer Wiese im Kurpark aus. Wer das nicht mochte, konnte es sich auf dem weitläufigen Gelände an Biertischen oder auf Liegen bequem machen. Egal wie man den Abend verbrachte, alle kamen auf ihre Weise auf ihre Kosten.

Dass dies gelingen konnte, war der Verdienst der engagierten Mitglieder von „Sound of the Forest e.V.“, der vier Sanitäter*innen des DRK Bad König, des sechsköpfigen Security-Teams, der Stadt Bad König, der zahlreichen jungen und erwachsenen Helfer*innen, die zum Teil kurzfristig eingesprungen waren, sowie der Bad Königer Jugendpflege.

Letztlich können alle Beteiligten auf gelungene Veranstaltung und eine gute Zusammenarbeit verschiedener Generationen, verschiedener Herkunft und verschiedener Interessen zurückblicken.

Die Ironie des Schicksals wollte es, dass die letzten Helfer*innen kurz vor dem Ende des Aufräumens und Abbaus noch einmal von einem kräftigen Regenschauer geduscht wurden. Trotzdem sind alle nach dieser Premiere optimistisch: „Nächstes Jahr gerne wieder!“

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