Geschichte zum Anfassen: Museum Bensheim stellt neues und erweitertes Bildungsangebot vor

von Michael Dobler
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Bensheim. Die pädagogischen Angebote des Museums Bensheim reichen von Workshops über Führungen bis hin zu individuellen Veranstaltungsformaten und richten sich an SchülerInnen jeden Alters und jeder Schulform, LehrerInnen, Familien und Einzelpersonen. Museumsleiter Dr. Christoph Breitwieser und studentische Aushilfen am Museum haben das Bildungsangebot überarbeitet, erweitert und an das Kerncurriculum des Landes Hessen für die Schulfächer Geschichte und Kunst angepasst. Nun stellten sie das neue Programm vor.

„Das Museum Bensheim beweist mit seinen zahlreichen Ausstellungen und seinen Bildungsangeboten, wie viel es zu bieten hat. Diese Vielfalt muss nun noch stärker an die Kinder und Jugendlichen sowie Bildungseinrichtungen herangetragen werden. Gemeinsam mit Herrn Dr. Breitwieser arbeiten wir sehr stark daran. Denn es ist wichtig, dass unser junge Generations sieht: Die Gegenwart hat einen Ursprung und eine Geschichte. Nur so können wir die Zukunft gestalten,“ betont Bürgermeisterin Christine Klein und bedankt sich bei Christoph Breitwieser und Luca Hechler. Der Lehramtsstudent und andere Fachstudierende waren bei der Überarbeitung federführend. Sie führen die Workshops auch durch und erproben damit ihr pädagogisches Wissen direkt in der Praxis.

„Vor Corona hatten wird knapp 100 pädagogische Veranstaltungen im Jahr“, so Breitwieser: „Dann kam die Zwangspause. Die vergangenen zwei Jahre haben wir gemeinsam genutzt, frischen Wind in unser Bildungsangebot zu bringen. Mittlerweile liegen wir wieder bei 50 bis 60 Buchungen im Jahr. Mit unserem neuen, erweiterten Angebot wollen wir eine noch größere Reichweite erzielen und ein Anziehungspunkt für neue pädagogische Konzepte sein.“

Die aus der langjährigen Erfahrung beliebten Workshops wurden im Rahmen der Modifizierung beibehalten und modernisiert. Neue Workshops sind hinzugekommen. Bei allen legten die Macher viel Wert darauf, dass es haptische Angebote sind, in denen die Teilnehmenden handwerklich am Original-Objekt arbeiten. „Dieser rote Faden zieht sich durch alle unsere Workshops“, so Hechler: „Sie bestehen immer aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, der verschiedene Kompetenzen schulen soll.“ Geschichte zum Anfassen also. Hechler erläutert diesen Grundsatz am Beispiel „Kalt schmieden – Heiß verzieren“ – ein Workshop, in dem es um die Metallverarbeitung geht und mit dem die Kinder (ab 6 Jahren) an Handwerksberufe herangeführt werden sollen. Aus einem einfachen Kupferblech schmieden die Teilnehmenden Schalen, wie vor 3000 Jahren. Zunächst wird das Metall mit einem Hammer bearbeitet und dann im 1000 Grad heißen Ofen kunstvoll mit Glaspulver-Farben verziert. Die Freude am eigenen Ergebnis, das mit Nachhause genommen werden kann, ist nicht nur ein schöner Nebeneffekt. Die Kinder und Jugendlichen bringen konzentriert die Zeit zur Bearbeitung des Werkstoffes auf. Eine kreative Arbeitskompetenz, die in vielen Handwerksberufen wichtig ist. Diesem Aspekt kommt auch das Angebot „Von der Euler-Pappe zum eigenen Papier“ nach. Der Workshop für Kinder ab acht Jahren zeigt auf, wie wertvoll Papier ist. Seine Herstellung ist aufwändig und erfordert viel Geduld. Im Gegensatz zu allen anderen sieben Workshops, die das Museum im Angebot hat, ist der Veranstaltungszeitraum zur Papierherstellung jeweils auf die ersten Juni- und Augustwoche im Jahr beschränkt. Die übrigen Workshops können ganzjährig angeboten werden. Einen Workshop aussuchen, können Geburtstagkinder, die ihren Ehrentag im Museum feiern. Nach einer Entdeckungsreise durch das Museum werden die Kinder zum Schmied oder Elfenbeinschnitzer.

Der Idee, dass die Sinne der MuseumsbesucherInnen geschult werden, kommen neben den Workshops auch die Führungen des Museums nach. Neben der allgemeinen Führung in der Dauerausstellung erfreut sich die Begleitung „Nachts im Museum“ nach wie vor einer großen Beliebtheit. Von November bis Februar kann das Museum nach Einbruch der Dunkelheit mit der Taschenlampe erkundet werden. Beim „Archäologischen Rundgang durch die Zeit“ entdecken Kinder ab der Vorschule als kleine Archäologen die spannenden Epochen von der Altsteinzeit bis in das frühe Mittelalter. Die zwei Schwerpunktführungen „Leo Grewenig: Ein Schüler am Weimarer Bauhaus“ und „Topographie der Endphaseverbrechen“ können dazu als Fortbildung für Erwachsene und LehrerInnen gebucht werden.

 Alle Angebote sind individuell direkt auf Anfrage buchbar. Informationen zum pädagogischen Angebot des Museums Bensheim sind im Flyer, online auf www.stadtkultur-bensheim.de und in der Tourist Information (Hauptstraße 53) und im Museum (Marktplatz 13) erhältlich.

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