Gertrud-Eysoldt-Ring 2019: Schauspielerin Sandra Hüller für „Hamlet“-Darstellung ausgezeichnet

von Michael Dobler

Gertrud-Eysoldt-Ring 2019: Schauspielerin Sandra Hüller für „Hamlet“-Darstellung ausgezeichnet

Preisverleihung im Gläsernen Foyer des Pfalzbau Theaters nachgeholt

Bensheim. Seit 2018 ist Sandra Hüller Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum: Von dort kommt Johan Simons’ Shakespeare-Inszenierung „Hamlet“, in der Hüller die Titelrolle spielt. Für ihre Darstellung des jungen Dänenprinzen wurde sie mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring 2019 ausgezeichnet. Coronabedingt konnte die Verleihung des renommierten Theaterpreises im Frühjahr 2020 nicht stattfinden. Nachdem die Verleihung mehrmals verschoben wurde, bekam Sandra Hüller den Gertrud-Eysoldt-Ring gestern im Rahmen des Gastspiels des Schauspielhauses Bochum am Theater im Pfalzbau überreicht.  

Auch wenn Bürgermeisterin Christine Klein die Preisträgerin gerne im Bensheimer Parktheater begrüßt hätte, bot sich mit dem Gläsernen Foyer der Pfalzbau Bühnen in Ludwigshafen ein feierlicher und würdiger Rahmen. „Mit Blick auf die Gegenwart – auf das Hier und Heute“ freute sich Christine Klein sehr, den „Ring“ nun endlich an Sandra Hüller überreichen zu dürfen, die sich damit in die Liste bekannter PreisträgerInnen des Gertrud-Eysoldt-Rings einreiht. In ihrer Begrüßung bedankte sich Klein beim Team des Theaters im Pfalzbau und bei Intendant Tilman Gersch für die „wunderbare Gastfreundfreundschaft und Kooperation“. Der Hausherr hieß die anwesenden Gäste herzlich willkommen und betonte die Besonderheit des Anlasses.

Denn im Theater im Pfalzbau bot sich nun die passende Gelegenheit, Sandra Hüller nach über zwei Jahren auszuzeichnen zu können, die auf den Pfalzbau Bühnen noch am selben Abend den „Hamlet“ zum Besten gab.

Wie verdient die Auszeichnung an Hüller für ihre „phänomenale Darstellung“ sei, machte auch Professor Hans-Jürgen Drescher deutlich, Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, die gemeinsam mit der Stadt Bensheim den mit 10.000 Euro dotierten Preis vergibt. In der Begründung der Jury – bestehend aus Barbara Frey, Wolfram Koch und Lisa-Katrina Mayer – hieß es, Sandra Hüllers leidenschaftliche und entschiedene Auseinandersetzung mit der Hamlet-Figur sei auch eine Auseinandersetzung mit der Bühnenkunst als solcher. „Hüller bleibt sie selbst, indem sie den Hamlet spielt, und sie spielt sich selbst, indem sie Hamlet ist.“ Eine stärkere Verschmelzung mit der Figur auf der Bühne ist kaum möglich. Ein größeres Kompliment, das der Theaterkunst gemacht werden kann, wohl auch nicht. Genau als solches empfinde die Schauspielerin diese Auszeichnung – ein Kompliment, das sie aber nicht nur auf sich bezog, sondern für „all ihre wundervollen Kolleginnen und Kollegen gilt“, mit denen sie gemeinsam auf der Theaterbühne stehen dürfe. Im Anschluss an die Verleihung trug sich Sandra Hüller in das Goldene Buch der Stadt Bensheim ein – dort ist die sympathische Schauspielerin jederzeit herzlich willkommen.

Der Gertrud-Eysoldt-Ring gilt als einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum und wird seit 1986 jährlich in Bensheim vergeben. Mit der Vergabe des Ringes würdigt die Stadt Bensheim eine schauspielerische Leistung an einer deutschsprachigen Bühne. Erste Preisträgerin war Doris Schade, ihr folgten große Schauspielerinnen und Schauspieler, wie Klaus Maria Brandauer, Cornelia Froboess, Corinna Harfouch, Nina Hoss, Ulrich Mühe, Gert Voss und Ulrich Matthes. Der „Gertrud-Eysoldt-Ring“ geht auf ein Vermächtnis des Journalisten und Theaterkritikers Wilhelm Ringelband zurück, der bis zu seinem Tod in Bensheim lebte und in seinem Testament einen Schauspielerpreis mit dem Namen von Gertrud Eysoldt verfügte.

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