Fassadensanierung mit Überraschungen

von Peter Hoffmann
0 Kommentar Das historische Gebäude in der Altstadt strahlt wieder in neuem Glanz.

Michelstadt. Seit dem vergangenen Jahr und noch bis Mitte 2025 fördert die Stadt Michelstadt Eigentümer finanziell bei der Fassadensanierung in der Altstadt. Jochen Allmann hat die Förderung in Anspruch genommen und freut sich, dass die Fassade seines Hauses nun in frischem Glanz erstrahlt. Obwohl es im Endeffekt doch mehr um die inneren Werte ging, wie sich im Laufe der Arbeiten herausstellte, berichtet der Michelstädter: „Die Sanierung eines denkmalgeschützten Hauses geht immer mit Überraschungen einher.“ In seinem Fall waren es durch Regenwasser marode gewordene Balken des Fachwerks, die vorher gar nicht so dramatisch ausgesehen hätten. Erst im Laufe der Arbeiten kam das Ausmaß zum Vorschein und Teile verschiedener Balken mussten getauscht werden. „Und wie eigentlich bei allen bisher durchgeführten Sanierungsarbeiten verdoppelten sich die Kosten auch in diesem Fall. Deshalb haben wir uns gefreut, mit ca. 7.500 Euro aus dem Fördertopf des Fassadenprogramms erstmalig eine nennenswerte Unterstützung zum Erhalt des Hauses bekommen zu haben“, so Allmann.

Wie dringend die Sanierung nötig war, zeigte sich im Laufe der Arbeiten, als die Balken des Fachwerks freigelegt wurden.

Das historische Gebäude ist das älteste dauerhaft bewohnte Haus in der Michelstädter Altstadt und seit 1780 im Familienbesitz. Es besteht aus mehreren Bauabschnitten – der erste Teil aus dem Jahr 1395, einer von 1475 und die jüngsten Teile von 1770 und 1780. Besondere Herausforderung sei der direkte Anbau an die Stadtmauer, erläutert Allmann. Dazu gehöre auch ein Treppenturm aus dem Jahr 1588, der als Treppenaufgang für die oberen Stockwerke dient.

Bei jeder Maßnahme muss immer zuerst die Denkmalschutzbehörde einbezogen werden, die die Maßnahme genehmigt und auch den Rahmen für die Gestaltung und die eingesetzten Materialien vorgibt. Erst wenn die Genehmigung vorliegt und auch die Stadt zugestimmt hat, kann es mit den Arbeiten losgehen. Bei Jochen Allmann dauerte die Genehmigungsphase ca. zwei Monate. Die Arbeiten waren trotz der vorher nicht eingeplanten teilweisen Balkenerneuerung nach sechs Wochen abgeschlossen. „Hier gilt mein Lob unseren Handwerkern, die mit viel Erfahrung und Blick aufs Detail für das tolle Ergebnis gesorgt haben.“

Für den Eigentümer ist es wichtig, an der Sanierung dran zu bleiben – auch wenn auf den ersten Blick noch alles gut scheint. Die Fassade sei 1996 das letzte Mal erneuert worden und von weitem habe sie noch gut ausgesehen. „Aber manche Schäden sind nicht so leicht erkennbar und können richtig teuer werden, wenn sie nicht rechtzeitig beseitigt werden.“ Deshalb biete sich das Fassadenprogramm nicht nur für Gebäude an, an denen die Schäden schon deutlich zu erkennen seien, sondern auch für solche, die in Ordnung scheinen, die letzte Sanierung aber schon zwei oder drei Jahrzehnte zurückliege.

Alle, die mehr über das Fassadenprogramm erfahren möchten, finden ausführliche Informationen dazu unter www.zukunft-michelstadt.de. Auch die notwendigen Anträge können dort heruntergeladen werden. Bei Fragen steht die Stadtverwaltung Michelstadt, Innenstadtmanagement, unter Tel. 06061/74-625, E-Mail: innenstadtmanagement@michelstadt.de gern zur Verfügung.

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