Bensheimer Weg: Beteiligungsprozess wird evaluiert

von Michael Dobler
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Bensheim. Der Bensheimer Weg ist ein Dialog- und Beteiligungsformat, das den regelmäßigen Austausch zwischen Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft in Bensheim fördern soll. Entwickelt im Rahmen der Durchführung verschiedener innerstädtischer Entwicklungsprojekte ist er im Juli 2021 von den Stadtverordneten auf den Weg gebracht worden, um bei komplexen städtischen Fragestellungen schneller zu tragfähigen Ergebnissen zu kommen. Nun kommt dieses Verfahren auf den Prüfstand und wird evaluiert.

„Mit der Evaluation kommen wir dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung nach, der im Rahmen des Qualitätsmanagements nach einem Jahr eine Erfolgskontrolle vorsieht. Wir wollen herausarbeiten, welche Aspekte der Zielsetzung gut funktioniert haben, welche verbesserungsfähig sind und wie es mit dem Bensheimer Weg weitergehen soll“, erklärt Erste Stadträtin und Baudezernentin Nicole Rauber-Jung. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse über Effektivität, Effizienz und Akzeptanz sollen schließlich helfen, eine Entscheidungsgrundlage für die Zukunft abzuleiten.

Die Evaluation erfolgt in verschiedenen Gruppen. Zum einen werden alle Akteurinnen und Akteure eingebunden, die bislang in verschiedenen Teams in unterschiedlichen Projekten aktiv am Bensheimer Weg mitgewirkt haben. Mit ihnen werden rund 30-minütige Einzelinterviews geführt. Zum anderen werden im Rahmen einer Online-Befragung alle politischen Mandatsträgerinnen und -träger (wie Magistrat und Stadtverordnete) sowie Bürgerinnen und Bürger befragt. Dabei werden sich die Fragen an die Politik und die Bevölkerung geringfügig unterscheiden, damit sich die jeweils spezifische Rolle besser berücksichtigen lässt.

Die Evaluation wird von einem erfahrenen Fachbüro durchgeführt, das seit vielen Jahren Organisationen, Unternehmen und Teams bei Veränderungsprozessen begleitet. Während die Interviews bereits begonnen haben, startet die Online-Befragung am 8. Februar. Bis zum 21. Februar können interessierte Bürgerinnen und Bürger an der Umfrage teilnehmen, die über www.bensheim.de/zukunft-innenstadt zu erreichen ist.

Baudezernentin Rauber-Jung wirbt für eine rege Beteiligung. „Je mehr Bensheimerinnen und Bensheimer bereit sind, die Fragen zu beantworten, desto aussagekräftiger wird das Ergebnis. Die Umfrage dauert nur wenige Minuten, kann uns aber allen – Bürgerschaft, Politik und Verwaltung – für viele Jahre helfen.“

Im März soll die Befragung abgeschlossen und ausgewertet sein. In einem abschließenden Workshop werden die Ergebnisse noch mal mit den befragten Akteurinnen und Akteuren des Bensheimer Wegs diskutiert. Mit dem Abschlussbericht rechnet die Stadtverwaltung im April, der im Anschluss der Stadtverordnetenversammlung und Öffentlichkeit vorgestellt und zugänglich gemacht wird.

Der Bensheimer Weg wird im Rahmen des Förderprogramms „Zukunft Innenstadt“ vom Land Hessen gefördert. Die Kosten für die Evaluation werden dabei bis zu 90 Prozent vom Land Hessen getragen. „In der Jurybewertung des Förderprogramms ‚Zukunft Innenstadt‘ wurde der Bensheimer Weg als innovativer Ansatz mit Experimentiercharakter und als mögliches Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Bensheim positiv hervorgehoben“, betont Baudezernentin Rauber-Jung nochmal die Bedeutung des Bensheimer Modells.

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