Auf Spurensuche am Tag des offenen Denkmals 

von Michael Dobler

Auf Spurensuche am Tag des offenen Denkmals 

Mosbach. Am Sonntag, den 11. September, lädt der „Tag des offenen Denkmals“ unter dem Motto „KulturSpur – Ein Fall für den Denkmalschutz“ wieder zum Besuch zahlreicher interessanter Bauten und Denkmäler ein.

Denkmale sind nicht nur Zeugen vergangener Geschichten ihrer Bewohner und Erbauer. Ihre Bausubstanz steckt auch voller Beweismittel. Historische Narben, Ergänzungen und Weiterentwicklungen erzählen viel über ein Bauwerk und seine Nutzer.  

Die Gutleutanlage etwas außerhalb der Mosbacher Altstadt ist mit dem Elendshaus, der Gutleutkapelle und dem Gutleuthaus nur ein lohnenswertes Ziel am 11. September. Die Anlage zählt zu den besterhaltenen ihrer Art in Baden-Württemberg. Zahlreiche mittelalterliche Wandmalereien und Rötelzeichnungen, die vermutlich von Pilgern stammen, sind im Innenraum der Kapelle zu finden. Gästeführerin Magdalena Putze leitet um 15 Uhr eine Führung an. Adresse: Kapellenweg 5. 

Foto:Stadt Mosbach

Eines der architektonisch glanzvollsten und geschichtsträchtigsten Gebäudeensembles, die der Stadtteil Lohrbach zu bieten hat, ist das Kurpfälzische Wasserschloss. Mit rund zwei Hektar Gesamtfläche gehört es zu den herausragenden Anlagen ihrer Art in Südwestdeutschland und diente im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts als Residenz der Kurfürsten-Witwe Amalia, an der sich reformierte Adlige, Politiker und Gelehrte trafen. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Basilica Artis aus dem Jahr 1585. Kurfürst Carl Theodor schenkte das Bauwerk, das als Zehntscheuer mit Kelter diente, im 18. Jahrhundert der katholischen Gemeinde, um es zu einer Kirche umbauen zu lassen. Heute wird das Gebäude für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt und befindet sich wie das Wasserschloss im Privatbesitz. Letzteres kann daher auch nur von außen besichtigt werden. Um 12:30 Uhr begibt sich Dr. Albrecht Ernst an beiden Orten auf die Suche nach „Kurfürstlichen Spuren in Lohrbach“. Treffpunkt ist am Eingang zum Schloss. Adresse: Kurfürstenstraße 71-75. 

Gleich anschließend erläutert Dr. Albrecht Ernst, welche kostbaren Spuren des Mittelalters in der heutigen evangelischen Kirche zu finden sind. Durchschreitet man den gotischen Chorbogen des Chorturms, so kann man im einstigen Altarraum eine ungewöhnlich reiche Wandmalerei aus dem 15. Jahrhundert entdecken, die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament erzählt. Erst in den 1950er Jahren wurden diese übertünchten Fresken aufwändig freigelegt. Die Führung startet um 13.30 Uhr. Adresse: Kurfürstenstraße 20. 

Einen schönen Anschluss am Tag des offenen Denkmals in Lohrbach bietet die katholische Kirche „St. Paulus“. Gebaut wurde die Kirche nach dem alttestamentlichen Gedanken: Gott hat sein Zelt unter uns aufgeschlagen. Von 14 bis 17 Uhr werden im Pfarrsaal Kaffee und Kuchen durch den Kirchen-, Heimat und Kulturverein Lohrbach e.V. angeboten und um 15.30 Uhr startet Wolfgang Roth eine sehr interessante Führung zum Thema „Denkmal im Denkmal – vereinigte Denkmale in St. Paulus“. Das besondere Augenmerk wird hierbei auf das historische Sandsteinkreuz in der Kirche gelegt. Adresse: Paulusstraße 1 (beim Friedhof). 

Im Stadtteil Neckarelz hat das Tempelhaus von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Von 1300 bis 1350 war diese im Besitz des Johanniterordens. Bei dem seit dem späten 16. Jahrhundert als Tempelhaus bezeichneten Gebäude handelt es sich nach der Burg Lohrbach um das zweitälteste Bauwerk in Mosbach und um die einzige in ihrer authentischen Form erhaltene Johanniterburg in Baden-Württemberg. Zu den Kunstschätzen des als katholische Kirche genutzten Tempelhauses zählt der Conradusstein – eine Grabplatte aus der Zeit um 1300 – und viele weitere sehenswerte Objekte. Ab 13 Uhr bietet Horst Uhl insgesamt vier Führungen, beginnend zu jeder vollen Stunde, an. Adresse: Johannitergasse in Neckarelz. 

Die KZ-Gedenkstätte in Neckarelz steht interessierten Besuchern am Tag des offenen Denkmals regulär von 14 bis 17 Uhr offen. Als Zusatzangebot wird der Kurzfilm gezeigt, den das Landesamt für Denkmalpflege 2018 über die Erinnerungsarbeit an der Gedenkstätte gedreht hat. Dieser Film gibt auch einen Hinweis zum Projekt der archäologischen Erkundung des Lagergeländes Asbach. Mithilfe von zwei VR-Brillen kann man zusätzlich kleine virtuelle Reisen zu nicht unmittelbar zugänglichen Orten der Neckarlager unternehmen. Adresse: Mosbacher Str. 39, hinter Clemens-Brentano-Schule.

Weitere Informationen unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Fotos:Stadt Mosbach

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